Sinnesgarten an die Bewohner von Stadtvilla Mathilde und Stadtvilla Helmut übergeben

Sinnesgarten der INGENIUM-Stiftung an Bewohner der Stadtvilla Mathile und der Stadtvilla Helmut übergeben. Foto: Melanie Arzenheimer

Die Diagnose Demenz zu akzeptieren und mit ihr zu leben ist nicht einfach. Für die Betroffenen selbst ist es ein langer und anstrengender Weg. Für deren Angehörige ist es nicht leichter. Um aber genau diesen Weg leichter zu machen, bietet die INGENIUM-Stiftung Ingolstadt den an Demenz erkrankten Menschen in zwei Wohngemeinschaften Platz, weit weg von Klinik- oder Heimalltag mit der Krankheit besser umzugehen. Dafür steht auch ein Pflege- und Betreuungsdienst als Betreiber der Wohngemeinschaften zur Verfügung.

Von Seiten der Stiftung und ihren Förderern und Sponsoren wird alles getan, um vor Ort die idealen Bedingungen für einen gemeinschaftlichen Alltag und eine familiäre Atomsphäre wie zu Hause zu schaffen.

Ende August hat die INGENIUM-Stiftung den aufwändig und mit viel Liebe zum Detail gestalteten Sinnesgarten an die Bewohner der Wohngemeinschaften übergeben. Stellvertretend für die Angehörigen der Betroffenen nahmen die Gremiumssprecher der beiden Wohngemeinschaften Beate Oesten und Florian Schüll eine symbolische Gießkanne mit Schlüssel entgegen. „Es ist ein toller Garten entstanden, in den viel Herzblut geflossen ist. Die Bewohner empfinden darin eine Bereicherung für ihren Alltag.“

Für das Konzept, welches von der Firma Gartenbau Kuchler und der INGENIUM-Stiftung umgesetzt wurde, zeichnet sich die Gartentherapeutin Gabi Haid verantwortlich. “Wir haben bewusst geschwungene Wege angelegt. Für demente Menschen ist es das Schlimmste, wenn etwas endet. Die Wege deuten an: Es geht weiter”, erklärte Gabi Haid. Wichtig sei dabei auch ein fester Untergrund, der bei jedem Wetter begehbar ist. Bei der Bepflanzung achtete die Gartentherapeutin darauf, keine giftigen oder stacheligen Pflanzen einzusetzen. Diese könnten ein Verletzungsrisiko darstellen. Kontraste und helle Blüten dienen als „Anker für die Augen“. Starke Düfte, wie sie etwa Lavendel und Minze aussenden, können Erinnerungen hervorrufen und Pflanzen, die den Bewohnern aus der Vergangenheit bekannt sind, können laut Haid ebenso als „Lichtblicke“ fungieren.

Der Garten beinhaltet auch einen Bereich, der für das Gedenken an Verstorbene, das Verabschieden oder auch als Ort für Veranstaltungen an Feiertagen genutzt werden kann. Hier befindet sich in einem massiven Baumstamm eine Statue der Muttergottes mit Kind. „Wir bedanken uns herzlich bei den Sponsoren und Förderern“, so Oskar Platzer, Vorstandsvorsitzender der Stiftung. „Sie alle leisten einen wertvollen Beitrag, der es den Bewohnern der Wohngemeinschaften ermöglicht, alle Jahreszeiten zu genießen und an den verschiedenen neu geschaffenen Plätzen zu verweilen.“ Am Sinnesgarten haben sich die Bürgerstiftung Ingolstadt, die Audi-Belegschaft, die Aktion Vorweihnacht der guten Herzen des Donaukuriers, die Spardabank, die Edeka Südbayern Stiftung und die Familie Greil-Stiftung mit Spenden beteiligt.

Auf dem Foto: Beate Oesten (rechts) hat symbolisch für die Betroffenen und Angehörigen vom Vorstandvorsitzenden der INGENIUM-Stiftung, Oskar Platzer (2.v.r.) den Sinnesgarten übernommen. Einen Dank sprach Platzer auch an Stiftungsgründerin Mathilde Greil (v.l.), Gartentherapeutin Gabi Haid sowie an Rosel Batzoni und Maria Hackl von der Stiftung aus. Foto: Melanie Arzenheimer