Horst Seehofer

Sehr geehrte Damen und Herren,

etwa eine Million Menschen leiden in Deutschland an schwerer Demenz, rund zwei Drittel davon an der Alzheimer-Krankheit. Da der Anteil der älteren Bundes-bürger zunimmt, wird sich die Zahl der Betroffenen nach Expertenschätzungen in den kommenden 50 Jahren auf zwei Millionen verdoppeln. Die starke Zunahme von Demenzerkrankungen, die für die nächsten Jahrzehnte prognostiziert wird, ist eine der größten Herausforderungen für die Pflege.

 

Demenz, volkstümlich auch Altersverwirrtheit genannt, ist eine fortschreitende Er­krankung des Gehirns. Betroffen sind vor allem ältere Menschen. Die Prävalenz bei über 65-jährigen an Demenz zu erkranken, liegt mittlerweile bei über 7 Prozent.

 

Demenz ist ein gesellschaftliches Problem, das nicht in den Familien oder Pflege­heimen individualisiert werden darf. Die Gesellschaft muss sich mit Blick auf den Alterungsprozess stärker der Situation der Menschen mit Demenz und ihrer An­gehörigen annehmen und weitere Initiativen zur Verbesserung der Versorgungs-situation starten.

 

Betroffen von Demenz sind niemals nur die Erkrankten selber, sondern immer auch ihre Familien, in besonderer Form die sie begleitenden und später pflegenden Angehörigen. Deren konkrete Zahl ist nach wie vor statistisch nicht erfasst. Eine gesicherte Erkenntnis ist jedoch, dass 72% der Erkrankten zu Hause versorgt werden und damit die Angehörigen nach wie vor die Hauptlast der Versorgung tragen.

 

Obwohl in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung auf dem „Pflegemarkt“ zu verzeichnen ist, hat sich die Versorgungssituation für die Gruppe der psychisch kranken alten Menschen und ihrer Angehörigen nicht wesentlich verbessert. Ursachen dafür liegen in der fehlenden gerontopsychiatrischen Qualifizierung professioneller Pflegeangebote und ihrer unzureichenden infrastrukturellen Vernetzung. Wesentliche Gründe sind aber auch in einer bisher weitgehenden Ver­nachlässigung der informellen und tertiären Hilfesysteme (Laienhilfe, bürgerschaftliches En­ga­gement) zu finden.

 

Aus diesem Grund habe ich gern die Schirmherrschaft über Ingenium übernommen, da die Stiftung in eindrucksvoller Weise auf verschiedenen Ebenen – ob Pflege oder Forschung – versucht, die Versorgung von Betroffenen im Raum Ingolstadt zu verbessern.

 

Mit freundlichen Grüßen

Horst  Seehofer

Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat

ehem. bayer. Ministerpräsident

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